Chaotische Verwicklungen im Grünen: „Quer durch den Garten“

Sommertheater mit Irrwitz und schwarzem Humor im Hof der Bauernhäuser

von theater-spiel-laden
Eine Szene mit Oliver Bergmann als Norman und Frank Grünert als Reg. (Foto: Lisa Stern)

Im vollen Gange sind die Endproben für die Komödie „Quer durch den Garten“ von Alan Ayckbourn, die der theater-spiel-laden am 22. Juli um 20 Uhr im Hof der Thüringer Bauernhäuser in Rudolstadt zur Premiere bringt. Deutschlands ältestes Freilichtmuseum wird zum Schauplatz erotischer Verwicklungen und zur Spielwiese der Fantasie.

„Das ist ein geradezu idealer Ort, um Ayckbourns Stück aufzuführen. Hausfassaden und Anlage des Gartens korrespondieren großartig mit den Anforderungen dieser turbulenten Komödie. Auch der Kontrast zwischen alter, bürgerlicher Welt, die durch die historischen Fassaden und das schmucke Fachwerk perfekt gefasst wird, und der chaotischen Hauptfigur Norman, ist schon in der Grundanlage der Freilichtbühne vorhanden“, weiß Regisseur und Ausstatter Michael Dissmeier aus Weimar zu schätzen. Normans erotische Passion ist hierbei ein bisschen wie der Wildwuchs der Natur, das Wuchern von Sträuchern, die sich den gepflegten Garten langsam zurückerobern.

Das Publikum erlebt, wie der Ehemann Norman (Oliver Bergmann) nach und nach alle Frauen seiner Familie erobert und nicht einmal vor seinem Schwager Reg (Frank Grünert) halt macht. Mit seiner Schwägerin Annie (Maria Böhme) hat er sich heimlich verabredet, am Wochenende in ein Hotel zu fahren. Annie, die jüngere Schwester seiner Frau Ruth (Michelle Baumert), ist noch unverheiratet und lebt zusammen mit der pflegebedürftigen Mutter (Erika Krämer).

Annie hat ihren Bruder Reg mit dessen resoluter Frau Sarah (Ursula Jahn) gebeten, sie im Haus zu vertreten und die Mutter am Wochenende zu pflegen.

Reg geht davon aus, dass Annie endlich mit dem schüchternen jungen Tierarzt Tom (Dominik Möckel) verreisen will, der sie seit Jahren anhimmelt. Als herauskommt, dass Annie statt seiner mit Norman wegfahren will, bricht das Chaos aus. Die bürgerliche Fassade der ganzen Familie bröckelt vor sich hin.

80 Theaterstücke gibt es aus der Feder von Großbritanniens populärstem Gegenwartsdramatiker Alan Ayckbourn, die in 30 verschiedene Sprachen übersetzt wurden. Tiefschwarzer, englischer Humor und irrwitzig konstruierte Dramaturgie machen seinen unverwechselbaren Schreibstil aus. Die Abgründe scheinbar aufgeklärter, liberaler Bürgerlichkeit werden wie von einem Skalpell freigelegt, die geheimen, uneingestandenen Sehnsüchte der Protagonisten werden enttarnt.

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